Melodie gesucht!

Neulich auf der Arbeit kam meine Lieblingskollegin (Achtung: Ironie!) in mein Büro gestolpert: „Sag mal! Du kennst dich doch mit Musik aus!?“

„Ähh…ja!?“

„Ich hab da neulich im Auto so ein tolles Lied im Radio gehört. Leider hab ich nicht mitbekommen von wem das ist!“

„Okay!? Was weißt du denn noch von dem Lied? Welche Instrumente? Langsam oder schnell? Traurig oder aufheiternd? Deutscher oder englischer Text?….“

Leere Augen blickten mich an: „Ähh…! Die Melodie weiß ich noch von dem Lied! Soll ich mal pfeifen?!“
fffffhhhh….fffhhhhh………fffieeep fiep, fiepfiep, fieeeep, fiepfiep….

„Ah… ja. Das war der Rhythmus, jetzt noch mal mit Melodie!“

„DAS WAR DOCH MIT MELODIE!!!!“

Innerlich war ich mich schon am wegschmeißen, nicht nur, weil sie nicht pfeifen kann, sondern weil ich ja schon ahnte, dass sie eigentlich wegen etwas ganz was anderem zu mir kam.
Und so kam es wie es kommen musste, der Bogen wurde gekonnt zum eigentlichen Anliegen geschlagen:
„Das ist so ein tolles Lied gewesen. Das hat mich an meinen Zusammenbruch von vor zwei Jahren erinnert.
Hast du eigentlich etwas vom Peter* gehört. Der soll ja letzte Woche auch hier zusammengeklappt sein. Ist er jetzt krankgeschrieben? Ist er schon in einer Klinik?
Damals war ich ja da und da, das hat mir so gut getan. Ich muss unbedingt mit ihm telefonieren. Hast du seine Handynummer? Ich muss ihm ja jetzt Tipps geben, wie er am schnellsten wieder auf die Füße kommt.
Was ist eigentlich passiert? Der soll ja total ausgerastet und vor dem Rechner heulend zusammengebrochen sein!“

„Ich habe keine Ahnung wovon du sprichst, ich hatte die letzten zwei Wochen Urlaub!“
Ich hatte natürlich schon die Neuigkeiten erfahren, aber das musste sie ja nicht wissen.

„Kannst du mir denn seine Handynummer mal geben?“

„Ich habe weder Handynummer noch email-Adresse von Peter*!“
Und wenn ich sie wirklich gehabt hätte, hätte ich sie ihr auch nicht gegeben. Dem armen Kerl ging es mit ziemlicher Sicherheit schon schlecht genug, wenn die Tante ihn auch noch anruft, stürzt er sich aus dem Fenster.

„Was mache ich denn jetzt?“

„Keine Ahnung! Frag doch mal den und den!“
Wohl wissend, dass die Kollegen ihr auch nichts sagen würden!

Die Kollegin!
*kopfschüttel*
Es ist mir selten ein Mensch in meinem Leben begegnet, der so dermaßen eins an der Klatsche hat.
„Das ist so ein tolles Lied. Das hat mich an meinen Zusammenbruch erinnert…“
Das muss ja ein toller Zusammenbruch gewesen sein.
*kopfschüttel*

(* der Name ist natürlich aus rechtlichen Gründen geändert)

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Drei beste Kumpels seit der Schulzeit

Die Definition von Freundschaft ist für mich als Asperger unglaublich schwierig. Viele NTs sammeln ja regelrecht Freunde auf sozialen Plattformen, geben aber auch an reale Freunde zu haben.
Mein Arbeitskollege z.B. hat neben seinem Arbeitsplatz ein Foto von seinen drei besten Kumpels.
„…seit der Schulzeit!“, erzählte er mir stolz.

Meine Definition von Freundschaft ist da anders: Es gibt einen Menschen, mit dem verbringe ich gerne Zeit, weil wir uns gut unterhalten können, eventuell ein gemeinsames Hobby haben und wo ein gewisses Maß an Vertrauen vorhanden ist, um sich mal auszukotzen.

Ich denke, soweit gibt es noch keinen Unterschied zwischen NTs und Aspergern. Was den Unterschied ausmacht, ist die Dosis an Nähe und der gemeinsam verbrachten Zeit. Auch die Anzahl der Freunde und die Dauer der Freundschaft wird deutlich abweichen. Außerdem überlege ich mir sehr genau, wie viel ich von mir preisgebe.

Fangen wir mal mit der Anzahl der Freunde und der Dauer der Freundschaft an. Rückblickend auf die letzten 41 Jahre komme ich da auf ein vielleicht zwei Personen, die jedoch erst in den letzten fünf Jahren an meinem Leben teilnehmen.
Davor. Niemand.
Aber selbst diesen Personen würde ich mich nie vollends anvertrauen. Die wissen zwar schon viel über mich, dennoch bei weitem nicht alles.

Nun kommen wir zu der Dosis. Da diese beiden Personen Arbeitskollegen sind, kommt es schon vor, dass man mal einen Cappuccino trinkt, in der Pause in der Kantine zusammen isst oder kurz ein Schwätzchen hält. In der Woche sind das in der Summe max. vier Stunden. Private Aktivitäten gibt es mit der eine Personen gar nicht, mit der anderen max. fünf Treffen im Jahr. Und das sind keine Geburtstagsfeiern oder andere Festlichkeiten. Wir gehen einfach mal Gassi oder ein Eis essen.

Wenn das ein Normalo hört, der würde das natürlich nie als Freundschaft definieren. So wenig soziale Kontakte – wie man es ja nennt –, wären für einen NT auch gar nicht auszuhalten.

Ist der Freund eines Aspergers ein NT, verlangt das natürlich ein hohes Maß an Verständnis, denn die meisten NTs deuten diese seltenen Treffen als mangelndes Interesse und brechen den Kontakt ab. Der Kontakt ist ihnen nicht nahe, intensiv genug. Für mich dagegen, dürfte es allerdings nicht viel mehr an gemeinsamer Zeit sein.

Da Bilder mehr als tausend Worte sagen, habe ich mir mal ein persönliches Zonendiagramm ausgedacht.

Wie man in dem Bild sieht, hat noch nicht mal jedes Familienmitglied Zutritt in die engeren Kreise. So einige Bekannte dürfen näher an mich heran als so manche Verwandtschaft.

Energiehaushalt

Neulich war ich unterwegs zu einem Massagetermin und bemerkte gerade noch rechtzeitig (weil ein wenig zu schnell), dass am Ortsausgang auf beiden Fahrbahnen Polizeikontrollen standen, die stichprobenartig Autos auf einen Parkplatz leiteten.

Ich hatte Glück und wurde durchgewunken, machte mir aber bereits Gedanken, ob ich auf dem Nachhauseweg nicht eine andere Strecke nehmen sollte. Trotz Umweg.

Endlich auf dem Massagetisch liegend, wollte mein Masseur unbedingt mit mir plaudern. Nun ja, um mir überhaupt irgendein Thema aus der Hüfte zu leiern (RW), erwähnte ich die Polizeikontrolle und dass ich überlege gleich über einen anderen Ort nach Hause zu fahren.

„Wieso? Stimmt was mit deinem Auto nicht? Hast du keine Papiere dabei? Oder was?“, kam sofort als Antwort.

„Nein“, meinte ich, „ich will nur nicht rausgewunken werden, sondern schnellstmöglich auf die Couch! Für sowas habe ich jetzt keine Energie mehr!“

„Aber so eine Kontrolle ist doch nichts, wenn mit deinem Auto alles in Ordnung ist!“

Wie kann man einem NT erklären, wieso man nach einem langen Tag mit schon viel Kommunikation einfach nach Hause will und auch muss?
Dass da zu dieser Uhrzeit schlicht und ergreifend keine Energie mehr ist, sich mit einem Polizisten auseinanderzusetzen, Papiere vorzuzeigen und den Fragen zu folgen, kann ein NT scheinbar nicht nachempfinden.

Parfüms und andere Gerüche

Seit geraumer Zeit habe ich neue Untermieter, soll heißen, in der Wohnung unter mir ist ein junges Pärchen eingezogen. Zumindest von Weitem sehen sie jung aus. Sie sind auch jung. Ich würde sie auf Mitte/Ende 20 schätzen.
Die Frau bekam ich neulich allerdings dann mal von Nahem zu Gesicht.
Was soll ich sagen?
Klopft man die ganze Spachtelmasse, den Nagellack, das Haarspray uvm. mal ab, ist unter der vielen Chemie eventuell ein natürlicher und biologisch junger Mensch zu finden.
Es ist schon komisch, wie alt Menschen, die viele Kosmetika benutzen, auf mich wirken. Die Frau macht in so jungen Jahren einfach einen total verbrauchten Eindruck auf mich.
Aber auch ihre ganze Art und ihre Ausdrucks-/Verhaltensweise erinnerte mich eher an einen Menschen, der 20 Jahre älter ist als ich. Aber das Ding mit dem Alter hatte ich ja bereits in einem anderen Beitrag erwähnt. Nun ja, jeder ist halt anders.

Was mir aber den Atem nahm, war die Duftwolke, die meine Nachbarin umgab.
Versteht mich nicht falsch, ich bin absolut dafür sich jeden Tag zu duschen und Deo zu benutzen. Und ja ich weiß, als HSPler/Asperger bin ich überempfindlich, was die Sinnesreize angeht. Aber das war einfach zu viel.

Gerade freitags oder samstags, wenn wohl Partys auf dem Plan stehen, rieche ich das in meiner Wohnung, sobald es unten ans Aufbrezeln geht. Erst wird geduscht, dann läuft über eine Stunde der Föhn. Und dann kommen Parfüms, Cremes was auch immer zum Einsatz.
Für diesen Zeitraum muss ich leider alle Fenster schließen, sonst bekomme ich Kopfschmerzen.

Die Frage bleibt – wohl nur bei mir – wozu muss man sich so einnebeln?
Reicht duschen nicht? Stinken die Leute trotz duschen immer noch?
Was ist der tiefere Sinn dahinter?

Gerade kommt mir „Das Parfüm“ von Patrick Süskind in den Sinn. Zu dieser Zeit haben die Leute wirklich noch gestunken und deshalb diese „Gerüche“ mit anderen Düften übertüncht. Vielleicht galt es auch als Luxus, sich trotz oder wegen der mangelnden Hygiene mit Duftwässerchen in ein vorgetäuscht sauberes Wesen zu verwandeln.
Ich stelle mir gerade vor, ich müsste mit meinen Sinnen in dieser Zeit leben. Für Jean Baptiste Grenouille war es wohl eine herrliche Zeit, zumindest was das Thema Gerüche betrifft.

Aber zurück in die heutige Zeit. Wenn ich auf eine Veranstaltung gehe, dusche ich vorher, benutze (geruchloses) Deo, putze mir die Zähne und ziehe mir frische Klamotten an. Also eigentlich das gleiche Programm, was ich sowieso jeden Tag mache. Mehr braucht es nach meiner Meinung nicht. Ich für meinen Teil fühle mich dann sauber und wohl.

Vergangenen Samstag ging ich bei meinem üblichen Spaziergang an einer Garagenparty vorbei. Im Hof vor der Garage, also an der frischen Luft, standen an Stehtischen verteilt etwa 10 Personen. Selbst in 10m Entfernung war das Gemisch aus Parfüms und Rasierwasser kaum auszuhalten.

An dieser Stelle wird ganz besonders deutlich, dass meine Sinne grandios gut oder meine Reizfilter besonders schlecht ausgeprägt sind.

Meine Frage nach dem tieferen Sinn des Einparfümierens ist allerdings immer noch nicht beantwortet.

Emanzipation (2)

Heute nun die Fortsetzung mit einer kleinen Sammlung von Aussagen aus dem Internet. Den ersten Teil findet ihr hier.

  
Die Creme de la Creme an Kommentaren, die ausschließlich von Männern gepostet wurden.

Zitat: „Was Männer wollen sind Frauen, die weiblich sind. Genauso wie Frauen Männer wollen, die männlich sind.“

Interessant. Durch die Emanzipation der Frau fallen den Männern jetzt reihenweise die Eier ab, weil Frauen keine Brüste mehr haben. Das Neutrum ist geboren!
Und woher weiß ein Mann eigentlich wie Frau „männlich“ definiert.

Also nur weil Frau das Recht hat, sich auf welche Weise auch immer frei zu entfalten und sich nicht mehr von einem Mann abhängig machen muss, ist sie weniger weiblich?
Da würde mich doch echt mal interessieren, was die Gleichstellung der Geschlechter damit zu tun hat wie weiblich bzw. männlich sich jemand fühlt oder ist.

Aber mir wird gerade bewusst, dass ich dieses Gefühl gar nicht habe. Oder? Also biologisch betrachtet bin ich eine Frau, weil ich Brüste habe und in regelmäßigen Abständen blute und das gepaart mit heftigen Bauchschmerzen. Ist das damit gemeint, sich weiblich zu fühlen?

Ich habe da so meine Zweifel, denn die folgende Anekdote sagt wohl etwas anderes aus.
Eine Kollegin kam morgens ins Büro und berichtete ungefragt von ihrem Wochenende: „Am Samstag war ich seit langem mal wieder aus. Da hab‘ ich mich geschminkt und ein Röckchen angezogen und mich endlich mal wieder als Frau gefühlt!“
Okay? Kann ich daraus schlussfolgern, wenn man sich ein Kleid anzieht und Farbe ins Gesicht kleistert, fühlt man sich weiblich? Und wenn man eine Hose anzieht, fühlt man sich männlich?
Und was machen die ganzen männlichen Karnevalisten, die sich verkleiden und schminken? Wechseln die dann in der närrischen Zeit ihr Geschlecht?

Ich habe nur zweimal im Leben ein Kleid angehabt und alles was ich da gefühlt habe, war ein ganz starkes Unwohlsein.

An dieser Stelle scheitere ich schon daran wirklich zu verstehen, was wohl der Mann, der diese Zeilen schrieb, meinte und wie er denn auf die Annahme kommt, dass Frauen nur männliche Männer wollen. Gibt es auch weibliche Männer? Was darf ich mir denn darunter vorstellen? Und was macht eigentlich einen Mann männlich?

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Zitat: „Was mir fehlt ist eine Partnerin, die ihre weiblichen Eigenschaften in eine Beziehung einbringt.“

Was sind das denn für weibliche Eigenschaften? Eine Wohnung wohnlich einrichten, putzen, kochen, Wäsche machen oder was? Ich habe noch nie darüber nachgedacht, ob und welche Eigenschaften ein Mann hat, die er doch bitte in eine Beziehung einzubringen hat.

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Zitat: „Bei der Gleichstellung wird vergessen, dass Mann und Frau unterschiedliche Wünsche und Vorstellungen haben. Wenn die Emanzipation aber für absolute Gleichheit ist, müssen Männer Rollen annehmen, die ihren natürlichen Bedürfnissen nicht entsprechen und sie unglücklich machen.“

Dass Frau über viele Jahre dazu gezwungen wurde, munter ein Kind nach dem anderen in die Welt zu setzen, in einer Ehe zum Beischlaf verpflichtet war und finanziell abhängig vom Mann war, entspricht also den Wünschen und natürlichen Bedürfnissen einer Frau und sie ist jetzt absolut zu tiefst betrübt, dieses schöne Leben nicht mehr zu haben.
Stattdessen muss sie jetzt arbeiten gehen und ihr Leben frei gestalten. Und – welch Drama – darf sich nicht mehr von ihrem Göttergatten vergewaltigen lassen. Da ist Frau sicher mächtig traurig drüber, diesen natürlichen Bedürfnissen nicht mehr nachkommen zu können.

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Zitat: „Männer fühlen sich überflüssig, wenn Frauen selbst ein Regal aufbauen (können).“

Ist das mein Problem. Ich baue auch gerne Regale zusammen, mähe gerne den Rasen oder mache das Auto sauber.
Was würde denn ansonsten für mich übrig bleiben? Nur die unliebsamen Sachen, wie putzen oder bügeln? Also ich würde mich nie überflüssig fühlen, wenn der Mann die Bügelwäsche macht.

Das Paradoxe daran ist ja, wenn eine Frau darum bittet, dass der Mann vielleicht mal etwas Schweres tragen kann, heißt es: „Als gleichberechtigte Frau solltest du die Kiste doch selbst tragen, oder?“

Gleichberechtigung heißt nicht, dass man sich die Rosinen herauspicken kann. Und es geht auch nicht darum den Mann als Lastenesel zu missbrauchen, sondern genau zu wissen, wo die eigenen Grenzen liegen und was andere besser können oder die besseren Voraussetzungen haben.

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Zitat: „Für viele Männer ist die Welt heutzutage gar nicht leicht. Die Frauen haben die Macht an sich gerissen und überlassen den Männern den Platz am Herd.“

Ja, und? Haben die Männer ja auch Jahrhunderte lang mit den Frauen gemacht. Das ist kein schönes Gefühl, oder?

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Zitat: „Die Männer können sich entweder fügen und zu einem Waschlappen mutieren oder weiterziehen, auf der Suche nach einer Frau, die ihm das Gefühl gibt, gebraucht zu werden.“

Wieso wird Mann denn zu einem Waschlappen, wenn er im Haushalt hilft? Jede Frau freut sich über so einen „nützlichen“ Partner.

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Zitat: „Aber wenn Frau den Mann in eine zweitrangige Rolle zwängt, braucht sie sich nicht wundern, wenn sie vom Mann keinen Schutz erfährt.“

Aber Frau kann man ruhig in eine zweitrangige Rolle drängen?! Als Belohnung für die Unterwürfigkeit gibt es dann auch Schutz.

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Zitat: „Die Männer sind zwar das starke Geschlecht, aber ihr Ego ist sehr bedürftig und braucht tägliche Bewunderung.“

Ist das mein Problem? Dann sind Männer aber nur physisch stark, charakterlich nicht. Und das ist dann für mich ein Waschlappen.

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Zitat: „Männer und Frauen sind immer und überall sehr stark aufeinander angewiesen.“

Echt? Sind sie das? Inwiefern? Da habe ich in meinem bisherigen Leben noch gar nichts von bemerkt.

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Zitat: „Frauen sind von Natur aus so strukturiert, dass sie sich über einen Mann und Familie definieren.“

Lustig!! Wer kommt bloß auf so einen Unsinn?! Und es ist außerdem genau umgekehrt, für Männer sind die Partnerin und Kinder Statussymbole, über die sie sich definieren. Und das musste ich aus einem Buch erfahren, dass ich während meinen Recherchen zu diesem Beitrag las. Aber dazu folgt ein extra Beitrag.

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Zitat: „Frauen haben heute nicht nur freien Zugang zum Arbeitsmarkt, sondern können sich auch in ehemals reinen Männerdomänen betätigen.“

Das hört sich ja ganz schön an und die rechtliche Situation unterstützt dies auch größtenteils, doch die Unterdrückung läuft heute doch deutlich subtiler ab.
Eigentlich bleiben Frauen ja nur wenige Möglichkeiten:

  • Sie verwirklicht sich in ihrem Traumberuf, der normalerweise ein Männerberuf ist, denn in typischen Frauenberufen kann man sich natürlich verwirklichen, aber davon leben kann man nicht. Logischerweise herrscht in den Männerberufen ein pa­t­ri­ar­cha­lisches System und Frau meint sich dort nur durch Imitation der männlichen Verhaltensweisen behaupten zu können.
    Das hat zwangsläufig zur Folge, dass sie äußerst unattraktiv auf Männer wirkt, was wiederum dazu führt, dass sie leer ausgeht und alleine bleibt.
    Lebt sie dann alleine, wird sie von der Gesellschaft kritisch beäugt und bekommt entweder zu hören: „Ach die karrieregeilen Frauen von heute wollen keine Familie, Partner, Kinder…“ oder es heißt: „Wie du hast keinen Mann und Kinder?“
    Bei Männern dagegen wird ein ehrgeizig verfolgter Karriereplan als Durchsetzungsfähigkeit und Führungskompetenz ausgelegt.
  • Will eine Frau Kinder, was voraussetzt, dass ein Mann sie haben will, wird sie sich immer bis zu einem gewissen Grad in das alte Rollenbild zurückdrängen lassen müssen. Ist sie dann aber voll und ganz Hausfrau und Mutter, muss sie sich wieder anhören, dass so etwas in der heutigen Zeit total rückständig ist.
  • Dass die dritte Variante, nämlich Familie und Karriere, so gut wie unmöglich zu bewältigen ist, ohne dass Frau an ihre körperlichen und psychischen Grenzen geht, sieht auch wieder keiner. Bricht eine Frau dann irgendwann zusammen, heißt es: „Frau ist halt schwach. Die Gleichberechtigung entspricht halt nicht den Bedürfnissen einer Frau, die am liebsten nur Mutter sein will.“

Gleichberechtigung bedeutet nicht, dass Frauen einen (Traum-) Beruf und Familie vereinbaren können und sich dabei für den Mann nichts ändert.
Gleichberechtigung heißt, es muss sich eine neue Form des Zusammenlebens der Geschlechter entwickeln oder einfach gesagt, die alten Rollenbilder müssen abgelegt werden und im besten Fall überhaupt keine Rollen mehr festgelegt werden.
Dass Männer diese Konstellation nicht wollen, weil es für sie ja bisher ein schönes Leben war, so mit kostenloser Haushälterin und ständig verfügbarer Bettgespielin, ist schon irgendwie verständlich. Aber wer auf der anderen Seite steht, findet das logischerweise nicht so toll. Wer will schon Sklave sein? Mit Männern sollte man das mal machen, das Geschrei ist ja jetzt schon groß.

 
Erfreulicherweise gibt es aber auch fortschrittliche Aussagen

Zitat: „Die Regeln und Gesetze der Partnerwahl erfahren aber eine emanzipatorischen Neuerung. Männer wollen kluge Frauen.“

DAS LÄSST HOFFEN!

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Zitat: „Männer wünschen sich mehr Zeit für Kinder und Familie, fürchten aber dadurch Lohneinbußen.“

Wieso sollten Männer auch nicht den Wunsch nach mehr Zeit mit der Familie haben. Um diese Lohneinbußen aber nicht fürchten zu müssen, müssten sie mehr für die Gleichstellung tun. Denn die Arbeitswelt ist halt nun mal pa­t­ri­ar­cha­lischer Natur, soll heißen, es herrscht die Ansicht, dass Mann unbedingt Karriere machen muss und das nur kann, je länger er im Büro sitzt.

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Zitat: „Angeblich begrüßt die Gesellschaft Männer in traditionellen Frauenberufen. Gleichzeitig zeigt sie jedoch, dass man Männern die notwendigen Kompetenzen hierfür abspricht.“

Das ist umgekehrt genauso und für beide Parteien nach wie vor sehr bedauerlich.

 
Mein persönliches Resumé
Gleichstellung heißt für mich, dass ich die absolute Freiheit habe, wie ich mein Leben gestalte. Es ist mir also freigestellt, welchen Beruf ich wähle, welche und wieviel Kleidung ich trage, ob und wann ich Kinder will und ob ich überhaupt einen Partner will.

Nachdem was ich alles im Internet gelesen habe, wobei ich inständig hoffe, dass so eine Denkweise nur einen kleinen Prozentsatz der männlichen Bevölkerung betrifft, finde ich es gut, wie man die Männer in den letzten Jahren gesund geschrumpft hat.

Eigentlich müsste noch viel mehr getan werden. Um den Männern mal vor Augen zu führen, wie sich die andere Seite anfühlt, sollte es mal einen Rollentausch geben.

In diesem Fall würden nur noch Frauen auf Führungspositionen sitzen und die Männer würden per Quote geduldet. Oder Gehälter von typischen Frauenberufen, wie z.B. Pflegepersonal, Kindererziehung, würden angehoben. Dafür würde das Gehalt von Managern, Profi-Sportlern (wo wir wieder beim Fußball wären) deutlich herabgesetzt.

Außerdem könnte man mal verordnen, dass Männer ihre Körper nicht so zur Schau stellen sollen, damit Frauen ihnen keine anzüglichen Blicke zuwerfen und ihnen nicht unverschämterweise zwischen die Beine fassen. Oder wie wäre es mit einer Beischlafpflicht inklusive weiblicher Orgasmusgarantie. Sollte das der Mann nicht bringen, gibt es ein Austauschmodell.

Aber in der Wirklichkeit sieht es leider so aus, dass wir von wirklich gelebter Gleichberechtigung und einer respektvollen Umgangsweise weit entfernt sind. Und leider befürchte ich, geht die Gleichstellung tendenziell in die falsche Richtung. Für die Frau natürlich.

Zum Schluss bleibt es mir nur den Benediktinermönch Benito Feijoo (1676-1764) zu zitieren. Für einen Mönch und zu dieser Zeit, eine wirklich erstaunlich fortschrittliche Weltanschauung.

„In der Physis gebe es ebenso schwache Männer wie starke Frauen.
In der Moral seien die weiblichen Tugenden von gleichem Wert wie die Tugenden der Männer.
Und die Verstandeskräfte besitzen dieselbe Fähigkeit für jegliche Art von Wissenschaft und höchste Erkenntnis.“

Emanzipation (1)

Es ist schon sehr lange her, da las ich diesen Beitrag zum Thema Emanzipation. Etwas leichtfertig – was eigentlich nicht so meine Art ist – hinterließ ich einen Kommentar und war verwundert über die Reaktionen.
In solchen Fällen, also wenn ich irritiert bin, muss ich der Sache auf den Grund gehen. Doch ich stellte schnell fest, beim Thema Emanzipation ist es wirklich schwierig überhaupt auf Grund zu stoßen, denn die Sache ist sehr komplex. Und daher lies dieser Beitrag auch so lange auf sich warten.

An sich mag ich ja das Wort Emanzipation schon nicht, irgendwie hat es einen negativen Beigeschmack. Ich finde Gleichstellung oder Gleichberechtigung deutlich besser, denn das ist für mich eine klare Aussage, und auch Ansage. Sich zu emanzipieren heißt, aus der Bestimmungs- oder Verfügungsgewalt anderer herauszutreten und selbst über sich zu entscheiden.

Ich habe Menschen nie nach Hautfarbe, Alter, Herkunft, Geschlecht oder Religion ein-, oder bösartig gesagt, aussortiert, denn für mich sind alle gleich und gleich wertvoll.
Somit gehören Mann und Frau der Gattung Mensch an, wobei sie mit unterschiedlichen Geschlechtsmerkmalen ausgestattet sind. Außerdem ist der Mann in der Regel physisch stärker und nur die Frau kann Kinder bekommen.
Zum Fortbestand der Menschen werden beide Geschlechter benötigt, also haben sowohl Männer als auch Frauen die gleiche Daseinsberechtigung und sollten dementsprechend mit den gleichen Rechten und Pflichten ihr Leben bestreiten dürfen.

Die Betonung liegt auf „sollten“, denn erstens war das nicht immer so, und zweitens stellt sich mir die Frage, wie weit wir denn nun wirklich mit der Gleichstellung der Geschlechter gekommen sind.

 
Ein kleiner historischer Rückblick
Eins ist ganz klar, Frauen waren über viele Jahrhunderte einfach nur ein Objekt, dass dem Mann jederzeit zur Verfügung zu stehen hatte. Eine Frau galt als minderwertig, für niedere Arbeiten und um Kinder zu gebären, war sie gut genug.

Drehen wir die Zeit nur mal um circa 100 Jahre zurück, sieht man schon an der Gesetzgebung, den Frauen wurden keinerlei Rechte auf ihr Leben und ihren eigenen Körper zugesprochen, weil dem Mann alle Entscheidungen des Ehe- und Familienlebens zugesprochen wurden.
Doch so langsam begann die Sklavenhaltung zu bröckeln, erste Forderungen nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit wurden laut und die tägliche Arbeitszeit wurde auf acht Stunden begrenzt. Auf dem Papier, vermute ich.
Außerdem erhielten viele Frauen vor fast genau 100 Jahren das aktive und passive Wahlrecht und durften sogar in manchen Bundesländern studieren.

Während des Zweiten Weltkrieges jedoch, wurde der Fortschritt zunichte gemacht. Frauen mussten bis zum Umfallen schuften, nun in Munitionsfabriken. Das Wahlrecht und das Recht auf ein Studium, sogar das Ergreifen von wissenschaftlichen und technischen Berufen wurde verboten.
Aber Gott sei Dank kamen auch wieder andere Zeiten, seit 1949 steht im Grundgesetz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“.
Papier ist ja bekanntlich sehr geduldig, aber wie schön, dass es da schon mal drinsteht, denn die gelebte Gleichberechtigung machte nur wenige Fortschritte.
So gehörte es nämlich bis 1976 zu den Pflichten einer Frau den Haushalt zu machen, Kinder zu bekommen und zu erziehen, sowie den Mann zu umsorgen. Der Mann war für den Unterhalt der Familie verantwortlich. Eine Ehefrau durfte nur arbeiten gehen, solange sie die familiären Verpflichtungen nicht vernachlässigte und dann nur mit Genehmigung des Mannes, dafür kassierte der Mann das verdiente Geld ein. Verdiente der Mann aber zu wenig, war die Frau zum Arbeiten gehen verpflichtet.
Die Frau blieb zudem ein Anhängsel des Mannes, so eine Art Vorzeige- oder Statusobjekt.

Dieses Statusobjekt ist sogar heute noch zu finden, war aber auch im Mittelalter schon aktuell. Im Mittelalter waren es die edlen Ritter, die sich für die hübschen Prinzessinnen vom Pferd stießen. Heute geschieht das in Fußballstadien. Bei größeren Turnieren sieht man sie ja häufiger, denn die makellosen Schönheiten werden gerne gezeigt und anmoderiert: „Und hier auf der Tribüne die Bank der Spielerfrauen, die extra gekommen sind, um ihren (göttlichen) Ehemännern zu zujubeln.“
Ich bin mir nicht sicher, aber den Begriff Spielerinnen-Männer glaube ich noch nie gehört zu haben. Das wäre ja auch was, den Mann nur als Maskottchen der Frau öffentlich vor laufenden Kameras zu demütigen.

Aber zurück zur Vergangenheit.
Im Jahr 1962 kam die Antibaby-Pille auf den Markt, was Frauen erlaubte mehr über ihren eigenen Körper bestimmen zu können. Zumindest solange der Ehemann davon nichts wusste, vermute ich auch hier.
Ab dem Jahr 1974 war ein Schwangerschaftsabbruch bis zur zwölften Wochen straffrei.
Aber was mir bis zu meinen Recherchen gar nicht bekannt war, bis zum Jahr 1997 war eine Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung in der Ehe straffrei.
1997!!! Das hat mich total geschockt.

Dennoch kann man sagen, heutzutage werden Frauen doch sehr viele Rechte eingeräumt. Zumindest in den Industrienationen.
Wir dürfen uns kleiden, wie wir wollen. Und dürfen unser Leben frei gestalten. Upps. Dürfen wir das eigentlich?
Weitestgehend schon, auch wenn leider noch so Sprüche fallen wie: „Da muss sie sich nicht wundern, wenn sie vergewaltigt wird, so aufreizend, wie sie sich anzieht.“ oder „So wie die sich an hat, will sie aufgerissen oder flachgelegt werden.“
M.E kommt es mit Sicherheit vor, dass Frau sich aufbrezelt, um aufzufallen. Aber meistens zieht man sich doch wie auch immer an, um sich selbst wohl zu fühlen und nicht um anderen zu gefallen.

Davon abgesehen wird eine Frau gerne als Flittchen bezeichnet, wenn sie denn zu offensiv flirtet. Macht ein Mann das aber auf die gleiche Weise, ist er der Held und wird für jede Eroberung gefeiert. Bekommt er jedoch keine ab, heißt es wieder, dass doch im Zeitalter der Emanzipation auch eine Frau mal Initiative zeigen könnte. In diesem Fall würden sich die Frauen nur die Rosinen der Gleichstellung herauspicken und den Männern die Drecksarbeit überlassen.

Allerdings werden in vielen Ländern Frauen nach wie vor wirklich wie Dreck behandelt oder sind sogar weniger Wert als Tiere (Kamele, Kühe, Falken etc.). Ein Beispiel: Mein Onkel war mit seiner Familie mal in Ägypten im Urlaub und da hat ihm doch glatt ein Teppichhändler zehn Kamele und drei Teppiche für seine Tochter (also meine Cousine, damals noch minderjährig) geboten.

 
Mein Standpunkt und persönliche Erfahrungen
Als ich damals den Kommentar unter benanntem Beitrag hinterließ, war ich eigentlich der Meinung, dass sich die Gleichstellung der Frau halbwegs durchgesetzt hatte und dies auch von der Männerwelt begrüßt würde.
Daher war ich eher auf der Seite der Männer, die man – nach meiner Meinung – auf weiter Flur hat stehen lassen, ohne ihnen zu sagen oder zu zeigen, was denn jetzt ihre neue Rolle sein könnte, damit sie sich ebenfalls neue Lebensweisen erschließen können. Ich hatte nämlich immer vermutet, Männer hätten gerne gleichwertige Partnerinnen neben sich. Aber irgendwie kamen so nach und nach große Zweifel bei mir auf, ob ich mich da nicht mit meiner Denkweise geirrt hatte.

Was ich bei meiner langen Internetrecherche las, setzte mir zunehmend zu und betrübte mich auch zutiefst, denn ich musste mit Entsetzen feststellen, dass Männer gar keine gleichberechtigten und gleichgestellten Frauen zu wollen scheinen.
So war zumindest mein Eindruck, denn da waren doch wirklich manche Exemplare so fleißig eine Liste zu erstellen, um das Pro und Contra der Emanzipation zu zeigen. Es wird hier doch allen Ernstes darüber diskutiert, welche Vor- und Nachteile es hat Menschen weiblichen Geschlechts gleichberechtigt zu behandeln.

Die Pros und Contras will ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Auf der Pro-Seite stehen diese Punkte:
– gleiche Gehälter
– keine Unterdrückung mehr
– Wahlrecht
– Unabhängigkeit
– freie Berufswahl
M.E. sind das alles Gründe, die zurecht auf dieser Seite stehen und die ich natürlich nur begrüßen kann. Was würden Männer wohl dazu sagen, wenn man ihnen diese Rechte nehmen würde?
Auf der Contra-Seite findet man diese Punkte:
– sinkende Geburtenrate Ist das schlimm? Es waren ja auch immer die Frauen, die sich dann um alles kümmern mussten, heute kann eine Frau selbst über ihren Körper und ihre Lebenszeit entscheiden.
– steigende Scheidungsrate Das ist doch logisch. Frauen müssen heute nicht mehr die Klappe halten und können aus unerträglichen Beziehungen fliehen. Da sollte der ein oder andere Mann mal an sich arbeiten, dann bleibt frau auch bei ihm.
– hochgebildete Frauen ab 30 finden kaum noch Partner bzw. höchste Single-Quote bei Frauen in Führungspositionen Woran könnte das liegen? Hochgebildete Frauen haben wahrscheinlich auch einen gut bezahlten Job und können wählerisch bei der Partnerwahl sein. Mit „keinen Partner finden“ und verzweifelt sein, hat das aber dann nichts zu tun.
– Vermännlichung der Frauen und Verweiblichung der Männerwelt Das verstehe ich nicht. Um Aufklärung wird gebeten!
– zunehmende Zahl an Single-Haushalten Was ist daran so schlimm? Oder ist Mann alleine ohne kostenlose Haushaltshilfe nicht überlebensfähig? Ich finde es ziemlich unverschämt, diese Lappalie den Frauen und der Gleichberechtigung in die Schuhe zu schieben.

Man merkt wahrscheinlich, dass ich leicht angepisst bin. Das hängt aber auch mit persönlichen Erfahrungen zusammen.
Damals zum Beispiel als entschieden werden sollte, wie es nach der mittleren Reife bei mir weiterging, wollte meine Mutter, dass ich Abitur mache.
Mein Vater sagte nur: „Wofür soll die denn Abitur machen? Die heiratet irgendwann und kriegt Kinder, dann war das eh für die Katz. Das Geld können wir sparen.“
Wie gut, dass ich das Abitur gemacht habe, denn heiraten und Kinder kriegen stand bei mir eh nicht auf dem Plan. Man(n) hätte mich damals mal fragen sollen. Aber meine weibliche Meinung zählte wohl nicht.

Meine Mutter hatte eindeutig in eine sehr „seltsame“ Familie eingeheiratet, denn sie bekam kurz nach der Hochzeit mit meinem Vater von einer älteren Tante den Rat: „Koch‘ ihm immer was Gutes und sei schön geduldig!“
Ich wage es mal diesen Tipp zu übersetzen: „Sei eine gute Hausfrau und tu deine Pflicht. Ohne Widerworte. Was auch immer dein Herr und Gebieter dir befiehlt.“

Nun war ich aus der Kindheit schon negativ vorbelastet, trotzdem bin ich auf Männer eher positiv zugegangen, weil ich nicht jeden Mann mit meinem Vater und dessen frauenfeindliche Familie vergleichen wollte. Leider war die Recherche im Internet doch sehr ernüchternd. So viele Aussagen, die mich ziemlich getroffen haben.

Und mit dieser kleinen Sammlung an Aussagen geht es im nächsten Teil weiter.

Neulich… auf der Arbeit (10)

Praktikanten sind ja nach wie vor gern gesehene Arbeitskräfte, denn man kann ihnen für wenig oder gar keinen Lohn unliebsame Aufgaben aufs Auge drücken. Eigentlich ist ja so ein Praktikum dazu gedacht, dass derjenige mal in einen Beruf und dessen Alltag reinschnuppern kann.
Es soll aber auch noch Firmen geben, die mit Praktikanten sehr verantwortungsbewusst umgehen. Es soll aber auch Praktikanten geben, die mit der nötigen Ernsthaftigkeit ein solches Praktikum angehen.

Neulich auf der Arbeit wurde uns eine Praktikantin zugeteilt, die, wie ich vermutete, ein Pflichtpraktikum zu absolvieren hatte.

Dieses Jahr schrieb ich bereits über meine Unfähigkeit das Alter meiner Mitmenschen richtig zu schätzen, denn es fiel mir schwer zu sagen, wie alt den nun besagte junge Dame sein könnte.
Nach dem Aussehen und dem Gesicht tippte ich so auf Anfang bis Mitte 20, nach dem Benehmen allerdings hätte sie circa 15 Jahre alt sein können.
Dieses Rätsel werde ich nicht lösen können, also weiter im Text.

Wir – zwei Kollegen und ich – mussten dann Kartons im Lager holen, da ist doch ein Praktikant eine super Hilfe. Dachten wir.

Miss „Lange-Fingernägel“ waren die Kartons allerdings zu dreckig – dabei waren die nagelneu. Zwingen kann man ja niemanden, so beließen wir es einfach mit einem Kopfschütteln und trugen unsere Kartons alleine.

Um zurück in unsere Büros zu kommen, mussten wir durch diverse Türen. Wir waren ja voll bepackt mit Kartons, aber unsere liebe Praktikantin hatte die Hände logischerweise frei. Wir reihten uns also an der Tür schön artig auf und schauten unsere nette junge Gast-Kollegin hilfesuchend an.

Madame P. schaute nur wartend zurück und fragte nach einer Weile: „Warum schaut ihr jetzt alle so?“

Mein Kollege: „Du bist die einzige, die die Hände frei hat! Du könntest uns deshalb freundlicherweise die Tür aufmachen!“

Madame P.: „Weil?“

Erdrückende Stille breitete sich aus. Nach sehr langen Minuten machte unser Kollege dann allen – auch der Praktikantin – die Tür auf, die als erste das Gebäude betrat.

Ja!!! Da kann es einem schon die Sprache verschlagen.

Zurück in unseren Büros räumten wir diverse überflüssige Utensilien in die mitgebrachten Kartons.
Wer half nicht?
Richtig! Madame P. Die stand vor unserer Weltkarte und bewegte sich mit gekonntem Hüftschwung zum Gedudel aus unserem Radio.

Das Gesicht von meinem Kollegen lief feuerrot an, dann riss ihm der Geduldsfaden: „Tanzen kannste heute Abend in der Disco. Jetzt packste hier mal mit an, ist ja schließlich dein Schreibtisch, den wir hier freiräumen.“

Madame P. klotzte erst mal blöde, stemmte aber dann die Hände in die Hüften und meint nur: „Hallo?! Ich bin hier Praktikantin! Mein Vater arbeitet seit vielen Jahren in der Gruppe Betriebsorganisation!“

Madame P. war ab dem folgenden Tag in einer anderen Abteilung unterwegs.